Schätzen, wertschätzen und Sprachschätze

Weihnachten in Braunschweig. In diesem Jahr bei geschätzten zehn Grad. Geschätzte zehn Grad? Haben die unseren Respekt verdient?

Nun ja, irgendwie schon. Zumindest diejenigen, die es gern etwas wärmer mögen, werden den zehn Grad ihre Hochachtung entgegenbringen. Wer es dagegen kälter mag, wird sie nicht so schön finden, die Temperaturen.

Wer also an Heiligabend zwischen Gans und Dessert seinen Lieben erzählen möchte, dass es sich heuer zu Weihnachten wie zu Ostern anfühlt, der darf gern von „geschätzt zehn Grad“ sprechen. Weil er sie ja über den Daumen peilt. Und nicht wertschätzt.

Solche schönen Bonmots gibt es jeden Samstag im Sprachlabor der Süddeutschen Zeitung. Und weil die Redaktion ihre Sprachtipps auf eine lustige, sympathische Art vermittelt, liest man die wirklich gerne.

Eine echt gute, nun ja, geschätzte Kolumne.

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